Stand: 20. August 2026

Geschichte

Die Geschichte der Stadthalle Bad Godesberg: der Bau 1955 und der Weg zum Baudenkmal

Rückseite der Stadthalle Bad Godesberg, vom Kurpark aus gesehen
Foto: Nicolas von Kospoth, CC BY-SA 2.0 DE, via Wikimedia Commons

Die Geschichte der Stadthalle Bad Godesberg beginnt nicht 1955, sondern schon 1947: Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Fremdenverkehr der einstigen Kurstadt am Boden, und ein Unternehmen aus Bad Münstereifel fragte erstmals nach einem Grundstück für einen Veranstaltungsbau. Die Stadt lehnte ab.

Schon 1948 kamen gleich vier neue Anfragen: die Große Godesberger Karnevalsgesellschaft wollte pachten, ein Godesberger Arzt eine Konzerthaus-Gesellschaft gründen, eine Bielefelder Gruppe eine GmbH mit städtischem Anteil bilden, und ein Berliner Immobilienexperte verhandelte für eine Investorengruppe. Die Stadt entschied sich, das Projekt selbst zu realisieren.

Geschichte der Stadthalle Bad Godesberg 1955: Standortsuche und Baubeginn

Als Standort setzte sich ein Grundstück nahe dem alten Rathaus durch – zentral gelegen, akustisch günstig und mit geringem baulichem Aufwand verbunden. Der eigentliche Bau der Stadthalle Bad Godesberg begann 1955 mit dem Abriss des Volksgartensaals; das neue Haus entstand danach in nur neun Monaten als Stahlskelettbau.

Die Architekten Wilhelm und Dirk Denninger

Verantwortlich für Planung und Entwurf beim Bau der Stadthalle Bad Godesberg waren die Bonner Architekten Wilhelm und Dirk Denninger. Am 15. Juli 1955 fand das Richtfest statt; Bürgermeister Hopmann beschrieb den Neubau als Ersatz für den überholten Volksgartensaal und als künftige Heimat für Vereine, Kultur und Politik der Stadt.

Diese frühe Phase der Geschichte der Stadthalle Bad Godesberg zeigt, wie viele unterschiedliche Interessen 1947 und 1948 um dasselbe Grundstück konkurrierten, bevor die Stadt selbst zum Bauherrn wurde. Erst die Konkurrenz mehrerer privater Interessenten machte aus der lose diskutierten Idee ein städtisches Bauvorhaben.

In seiner Richtfest-Rede formulierte Hopmann auch ein wirtschaftliches Ziel: Bad Godesberg solle sich mit der neuen Stadthalle den Ruf einer Kongressstadt erarbeiten – nicht nur regional, sondern bundesweit. Der Tourismus, der nach dem Krieg fast zum Erliegen gekommen war, sollte über Kongresse und Tagungen ein zweites wirtschaftliches Standbein erhalten. Dieses Kurstadt-Profil lebt bis heute fort, unter anderem in Form der Spielbanken in Nordrhein-Westfalen, die wie die Stadthalle auf ein überregionales Publikum zielen.

Noch während der Bauphase suchte die Stadt einen Namen. Aus über 100 Bürgervorschlägen kamen drei zur Abstimmung in den Stadtrat: Stadthalle, Parksäle und Kurparksäle. Mit 17 zu 11 Stimmen setzte sich „Stadthalle“ durch – die ursprünglich nur als Provisorium gedachte Bezeichnung wurde endgültig.

Die Eröffnung am 15. Dezember 1955

Zur feierlichen Eröffnung kamen 700 geladene Gäste, darunter Bundespräsident Theodor Heuss, Vizekanzler Franz Blücher, Bundesarbeitsminister Anton Storch sowie Vertreter der Bundesministerien, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt und der Universität Bonn.

Erweiterungen bis in die 1990er-Jahre

Mit steigender Nachfrage wuchs auch das Gebäude: 1979 kam ein kleinerer Parksaal für 20 bis 100 Personen hinzu. 1991 folgten eine Erweiterung des Parksaals um 100 Quadratmeter, der neue Brunnensaal für bis zu 40 Gäste sowie fünf Lichtkuppeln im Foyer. 1994 erhielt die Stadthalle mit dem Bau des Stadtbahntunnels eine eigene Haltestelle.

1999 wurde das Restaurant grundlegend saniert. 2005 folgten Reparaturen an Technik, Garderoben und Künstlerräumen, nachdem Feuchtigkeitsschäden aufgetreten waren – die Stadt stellte dafür 340.000 Euro bereit, wenn auch nur für die dringendsten Arbeiten.

Wie stark die Stadthalle genutzt wurde

Wie intensiv die Stadthalle Bad Godesberg vor der Schließung genutzt wurde, zeigt das Jahr 2004: Insgesamt fanden 3.676 Veranstaltungen statt, im Schnitt zehn pro Tag. Am veranstaltungsreichsten Tag im Dezember kamen bis zu 19 Termine zusammen, in der stärksten Woche des Jahres waren es 92.

Den größten Anteil daran hatten mit 1.991 Terminen Vereine und soziale Gruppen, meist mit 10 bis 50 Teilnehmenden. Hinzu kamen 366 private Feiern, 81 Messen und Ausstellungen mit bis zu 1.500 Gästen sowie 37 Bankette für Gruppen von bis zu 1.200 Personen – ein Querschnitt, der zeigt, wie breit das Haus einst genutzt wurde.

Vom Baudenkmal zum „Ort der Demokratie“

Im Juli 2012 wurde die Stadthalle Bad Godesberg als Baudenkmal in die Denkmalliste eingetragen. 2019 nahm sie das Bonner Haus der Demokratie in den „Weg der Demokratie“ auf – eine Würdigung, die auch an das Godesberger Programm von 1959 anknüpft, das in der Halle verabschiedet wurde.

Seit Ende Mai 2020 ist der Große Saal wegen struktureller Schäden gesperrt. Wie es seither weiterging, beschreibt die Seite zum Sanierungsfortschritt; die politische Vorgeschichte der Debatte um Erhalt oder Abriss steht auf der Seite zur Abriss-Debatte.

Über sieben Jahrzehnte hinweg spiegelt die Geschichte der Stadthalle Bad Godesberg damit den Wandel des Stadtteils selbst wider: von der Nachkriegs-Kurstadt über das politische Kongresszentrum der jungen Bundesrepublik bis zum heutigen Baudenkmal, dessen Zukunft gerade neu verhandelt wird.

Wer verstehen will, wie die Stadthalle Bad Godesberg 1955 entstanden ist, findet auf dieser Seite die Standortsuche, den Bau und alle späteren Erweiterungen an einem Ort. Dass die Stadthalle Bad Godesberg 1955 zudem erst kurz vor der Eröffnung ihren endgültigen Namen erhielt, gehört zu den weniger bekannten Kapiteln dieser Jahre.

Häufige Fragen

Wann wurde die Stadthalle Bad Godesberg gebaut?

Der Bau begann im Frühjahr 1955 und war nach nur neun Monaten abgeschlossen. Die feierliche Eröffnung fand am 15. Dezember 1955 statt.

Wer waren die Architekten der Stadthalle Bad Godesberg?

Die Bonner Architekten Wilhelm und Dirk Denninger planten das Gebäude. Details zu ihrem Entwurf stehen auf der Architektur-Seite.

Seit wann steht die Stadthalle Bad Godesberg unter Denkmalschutz?

Die Stadthalle wurde im Juli 2012 in die Denkmalliste des Stadtteils Bad Godesberg eingetragen.